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Tierarztpraxis Münzenberg Blog

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Futtermittelunverträglichkeiten

Futtermittelunverträglichkeiten bzw. Futtermittelallergien sind häufig die Ursache für Magen-Darm-Beschwerden wie Erbrechen oder Durchfall. Bei Hautproblemen wie Juckreiz, Hautausschlag oder wiederkehrenden Ohrentzündungen können Futtermittel ebenfalls eine wesentliche Rolle spielen. Allerdings kommen in diesen Fällen auch Umweltallergien häufig als Ursache mit in Frage.

Um herauszufinden, ob die Beschwerden eines Tieres durch das Futter ausgelöst werden, empfehlen wir in der Regel eine Ausschlussdiät.

 

Welches Futter eignet sich für eine Ausschlussdiät?

Für die Durchführung einer Ausschlussdiät empfehlen wir in der Regel entweder:

  • ein diätetisches Futter mit hydrolysiertem Protein oder
  • ein Futter mit nur einer neuartigen Proteinquelle und einer einzigen Kohlenhydratquelle.

Beide Futterarten lösen mit hoher Wahrscheinlichkeit keine allergische Reaktion aus.

 

Was bedeutet „hydrolysiertes Protein“?

Bei hydrolysierten Futtermitteln werden die Eiweiße (Proteine) in einem speziellen Herstellungsverfahren in sehr kleine Bestandteile aufgespalten. Dadurch kann das Immunsystem die Proteine in der Regel nicht mehr als Allergene erkennen und reagiert nicht darauf.

Je nach Hersteller unterscheiden sich die Futtermittel in der Größe der verbleibenden Proteinbestandteile. Grundsätzlich gilt: Je kleiner diese Partikel sind, desto geringer ist das Risiko einer Immunreaktion.

 

Was sind neuartige Proteinquellen?

Neuartige Proteinquellen sind Eiweißquellen, mit denen das Tier bisher sehr wahrscheinlich noch keinen Kontakt hatte und die in herkömmlichen Tiernahrungen nur selten verwendet werden. Dadurch ist das Risiko einer unerwünschten Futtermittelreaktion deutlich geringer.

 

Wie wird die Ausschlussdiät richtig durchgeführt?

Für eine erfolgreiche Ausschlussdiät ist absolute Konsequenz entscheidend.

Über einen Zeitraum von 8 bis 12 Wochen darf das Tier ausschließlich das ausgewählte Diätfutter erhalten.

Das bedeutet:

  • keine Leckerlis,
  • keine Kauartikel,
  • keine Tischreste,
  • keine Zusatzfuttermittel,
  • keine Nahrungsergänzungen und
  • keine aromatisierten Medikamente oder Zahnpflegeprodukte, sofern diese nicht ebenfalls hydrolysiert bzw. für die Ausschlussdiät geeignet sind.

Bereits kleinste Mengen eines ungeeigneten Futtermittels können eine Immunreaktion auslösen und das Ergebnis der Ausschlussdiät verfälschen. In diesem Fall muss die Diät häufig von vorne begonnen werden. Die konsequente Mitarbeit der Besitzer und aller beteiligten Personen ist daher der wichtigste Erfolgsfaktor der Ausschlussdiät.

 

Warum dauert die Ausschlussdiät so lange?

Das Immunsystem kann noch mehrere Wochen auf ein zuvor aufgenommenes Allergen reagieren. Deshalb ist ein Zeitraum von 8 bis 12 Wochen notwendig, um zuverlässig beurteilen zu können, ob die Beschwerden tatsächlich durch das Futter verursacht werden.

 

Sind hydrolysierte Diätfuttermittel eine vollwertige Ernährung?

Ja. Kommerzielle hydrolysierte Futtermittel sind tiermedizinische Diäten. Der Begriff „Diät“ ist hierbei etwas irreführend, da es sich um vollwertige und ausgewogene Alleinfuttermittel handelt.

Sie enthalten alle Nährstoffe, die das Tier benötigt, und können daher auch langfristig oder dauerhaft gefüttert werden, ohne dass Mangelerscheinungen zu befürchten sind.

 

Schmeckt das Futter den Tieren?

Die meisten Hunde und Katzen akzeptieren hydrolysierte Diätfuttermittel sehr gut. Man kann das Futter daher problemlos auch als Belohnung oder Leckerli verwenden.

Während der Ausschlussdiät benötigen Tiere keine zusätzliche Abwechslung im Futter. Der Wunsch nach einer möglichst vielfältigen Ernährung ist überwiegend ein menschliches Bedürfnis und spielt für Hunde und Katzen in der Regel keine Rolle.

 

Wichtig: „Hypoallergen“ bedeutet nicht automatisch „hydrolysiert“

Im Handel werden viele Futtermittel als „hypoallergen“ beworben. Dieser Begriff ist jedoch nicht gleichbedeutend mit einem hydrolysierten Futtermittel.

Ein hypoallergenes Futter kann beispielsweise lediglich eine einzelne Eiweißquelle enthalten oder mit Inhaltsstoffen wie Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren zur Unterstützung der Haut angereichert sein. Das bedeutet jedoch nicht, dass die enthaltenen Proteine hydrolysiert wurden.

 

Tatsächlich gibt es nur eine begrenzte Anzahl an echten hydrolysierten tiermedizinischen Diätfuttermitteln auf dem Markt. Diese haben wir nachfolgend (in alphabetischer Reihenfolge) aufgelistet:

Hills z/d
Purina Pro Plan Veterinary Diets HA Hypoallergenic
Royal Canin Anallergenic
Royal Canin Hypoallergenic
Tierarzt24 Vet Diet Hydrolysed
Virbac HPM Hypoallergy

 

In unseren Webshop-Links finden sich die Bezugsquellen der Futtermittel.

 

Wenn wir einem Tier ein hydrolysiertes Futter empfohlen haben, sollte ausschließlich dieses oder ein vergleichbares tiermedizinisches Hydrolysat verwendet werden.